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Jekits

Jedem Kind ein Instrument
Projektinformationen und Häufige Fragen

"Jedem Kind ein Instrument" ist ein Projekt des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kulturstiftung des Bundes und der Zukunftsstiftung Bildung unter Beteiligung der Kommunen und privater Förderer. Das Projekt ist ein musikpädagogisches Angebot für das Ruhrgebiet im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010.

A. Das Projekt in Zahlen
  • für 212.000 Schülerinnen und Schüler
  • an ca. 1.000 Grundschulen
  • mit 39 kommunalen Musikschulen
  • über vier Jahre (2007-2010)
  • Gesamtbudget: 50 Mio. Euro
 
B. Das Programm
1. Schuljahr:
Die Kinder werden spielerisch an Rhythmus und Notation herangeführt und lernen verschiedenste Instrumente kennen. Neben den klassischen Instrumenten wie Geige und Querflöte, werden hier beispielsweise auch Posaune und Horn, Mandoline oder die türkische Baglama (pers. Saz) angeboten. Es geht ums Entdecken und Bewusstwerden von musikalischen Ordnungsprinzipien. Vor allem aber geht es darum, dass die Kinder am Ende der ersten Klasse neugierig sind, eines der vorgestellten Instrumente zu erlernen.

Für den Elementarunterricht kommen Musikschullehrer in die Schulen und gestalten die Stunden im Tandem mit den Grundschullehrern. Das gemeinsame Unterrichten ermöglicht eine intensive pädagogische Betreuung. Das Prinzip des Unterrichts im Tandem kann über die einzelnen Stunden hinaus ein wichtiger Impuls für die Schulen sein. Bereits vor der Einschulung werden die Eltern über das Zusatzangebot "Jedem Kind ein Instrument" an den Grundschulen vertraut gemacht. Sie entscheiden selbst, ob ihr Kind daran teilnehmen soll oder nicht.
 
2. Schuljahr:
Der Instrumentalunterricht startet in kleinen Gruppen. Jedes Kind darf sich sein Instrument aussuchen. Dabei geben die Kinder zwei Lieblingsinstrumente und ein Instrument an, das sie auf keinen Fall spielen möchten. Streicher werden in einer Gruppe gemeinsam unterrichtet, ebenso Holzbläser und Blechbläser. Die Kinder erleben so bereits in den Unterrichtsstunden den charakteristischen Ensembleklang und erlernen früh das gemeinsame Musizieren. Sie erhalten die Instrumente als Leihgabe und sollen sie selbstverständlich zum Üben mit nach Hause nehmen. Ab dieser Stufe unterrichten die Musikschullehrer alleine.Zurzeit werden Mietkauf und Patenschaftsmodelle entwickelt, mit deren Hilfe die Instrumente preisgünstig für die Kinder erworben werden können.
 
3. und 4. Schuljahr:
Von der dritten Klasse an kommt zum Instrumentalunterricht das Ensemblespiel im Kinderorchester hinzu. Jahrgangsübergreifend üben die Kinder einmal wöchentlich das Zusammenspiel als Schulorchester. Dabei geht es ebenso um die musikalische Ausbildung wie um die Erfahrung, außerhalb des klassischen Schulunterrichts gemeinsame Ziele zu haben. Am Ende eines jeden Schuljahres steht ein großes Abschlusskonzert. Für den Ensembleunterricht braucht es in der Großgruppenarbeit erfahrene Musikschullehrer, die regelmäßig weitergebildet werden.
 
Neben diesem Modellprogramm soll ein besonderes Begabtenförderprogramm entwickelt werden. Hierzu gehört das "Kinderorchester Ruhr", in dem besonders begabte Kinder aus dem gesamten Ruhrgebiet spielen können. Das Kinderorchester Ruhr hat mit seiner Arbeit bereits in den Herbstferien 2006 begonnen und setzt sich aus begabten Musikschulkindern des Ruhrgebiets im Alter von sieben bis vierzehn Jahren zusammen.
 
C. Organisation - Das Projektbüro
Ein Projektbüro berät die Musikschulen in allen relevanten Fragen und übernimmt die überregionalen Aufgaben (Kommunikation, Stipendienvergabe, Fortbildung der Musikschullehrer, Wissenschaftliche Begleitung). Es gewährleistet den Wissenstransfer von Bochum in alle Musikschulen der Region, begleitet die Instrumentenbeschaffung und unterstützt die Schulen bei dieser Herausforderung, die weit über die eigentlichen Musikstunden hinausgeht. So werden durch das Projektbüro beispielsweise Informationsmaterialen für die Eltern, Unterrichtsmaterialen für die Musikschul-Lehrer und Kontakte zu den Konzerthäusern bereitgestellt. Die Zukunftsstiftung Bildung bringt ihre Kompetenz bei der Konzeption, Bewerbung und Vergabe der Stipendien sowie ihrer Erfahrung aus dem Bochumer Projekt ein. Das Projektbüro wird im Frühsommer eröffnet und steht auch für Anfragen aus anderen Bundesländern und für internationale Interessenten zur Verfügung.
 
D. Finanzierung
Land Nordrhein-Westfalen     10 Mio. Euro
Kulturstiftung des Bundes      10 Mio. Euro
Private Förderer (Federführung: Zukunftsstiftung Bildung) 10 Mio. Euro
Teilnehmerbeiträge 15 Mio. Euro
Kommunen 2,5 Mio. Euro
Stipendienfonds (Zukunftsstiftung Bildung und andere) 2,5 Mio. Euro
 
E. Teilnehmerbeiträge
Die Teilnehmerbeiträge sollen
  • im ersten Jahr maximal 10 Euro pro Monat,
  • im zweiten Jahr maximal 20 Euro pro Monat,
  • im dritten und vierten Jahr maximal 35 Euro pro Monat betragen.
Kinder von ALG-II- und Sozialhilfe-Empfängern müssen nichts zahlen. Darüber hinaus stehen Stipendien zur Verfügung, die auf Empfehlung der Schulleitung unbürokratisch von der Zukunftsstiftung Bildung vergeben werden sollen.
 
F. Ersetzt das Projekt den Musikunterricht an den Schulen?
"Jedem Kind ein Instrument" ist ein Kulturprojekt in den Schulen. Der schulische Musikunterricht wird auf diese Weise ergänzt.
 
G. Welche Aufgaben kommen auf die Lehrerinnen und Lehrer zu?
Die Lehrerinnen und Lehrer arbeiten mit den Musikschullehrern zusammen; sie stimmen sich für den Tandemunterricht über ihre unterschiedlichen Aufgaben in den Stunden miteinander ab. Je nach Beteiligung kann die Einführung des Projektes in den Schulen Auswirkungen auf den regulären Musikunterricht haben, in den man neue Ideen einbringen kann. Jede Schule entscheidet für sich, ob sie an dem Projekt teilnehmen will und den Kindern das zusätzliche Angebot machen möchte oder nicht.
 
H. Wer kann Anträge stellen?
Die Musikschulen sind Ansprechpartner und Motoren; sie sind die Träger des Projektes vor Ort und werden vom Projektbüro bei der Einführung des Projekts begleitet und unterstützt. Interessierte Grundschulen wenden sich an ihre jeweiligen Musikschulen vor Ort.
 
I. Evaluation
Das Projekt wird von Anfang an intensiv wissenschaftlich begleitet. Das gewährleistet die Einhaltung bestimmter Qualitätskriterien sowie die Vermittlung der Praxiserfahrung in die musikpädagogische Ausbildung.
 
J. Ist das Projekt mit dem Schuljahr 2010/2011 beendet?
Nein. Danach wird Nordrhein-Westfalen das Projekt weiter fördern und im Falle einer positiven Evaluation auf das ganze Land ausweiten. Wir hoffen ebenso, dass wir in Deutschland viele Nachahmer finden.
 
K. Wie kann man das Projekt unterstützen?
Wer die Idee "Jedem Kind ein Instrument" unterstützen möchte, kann dies grundsätzlich auf drei Ebenen tun. Es wird die Möglichkeit geben, Patenschaften für einzelne Kinder oder ganze Klassen zu übernehmen. Wer sich einmalig engagieren will, kann die Beschaffung eines oder mehrerer Instrumente finanzieren. Und schließlich gibt es noch die Option, das Programm als Ganzes mit Spenden zu unterstützen.

L. Zur Bedeutung der musikalischen Bildung
Die Hirnforschung und die Entwicklungspsychologie haben mittlerweile ausführlich belegt, was die so genannte Bastian-Studie an Berliner Grundschulen bereits nach kurzer Zeit erkennbar werden ließ: Sowohl die aktive wie auch die passive Beschäftigung mit Musik beeinflusst die kognitiven, motorischen, kreativen und sozialen Fähigkeiten aller Kinder deutlich positiv. Ein Instrument zu spielen ist eine der komplexesten menschlichen Tätigkeiten. Gefordert werden gleichzeitig Intellekt, Grob- und Feinmechanik und präzise Koordination von gezielt "bespielten" Emotionen.
 
Die rein physisch entstandenen neuronalen Vernetzungen erlauben später eine differenziertere Wahrnehmung und eine höhere Kreativität. Die Jugendkulturstudie von 2005 hat ergeben, dass sich Menschen zwischen 14 und 25 durchaus für Kultur interessieren. Es existiert jedoch ein deutliches Gefälle zwischen kulturinteressierten Elternhäusern und bildungsfernen Schichten. Von 2.625 der bis 25 Jahre alten Menschen waren 400 (17%) noch nie in ihrem Leben in einer Theateraufführung, in einem Museum oder in einem Konzert. Präsentiert sich das Ruhrgebiet in 2010 als Kulturhauptstadt Europas und will man sich besonders durch Innovationskraft profilieren, so müssen neue Wege beschritten werden, wie das Interesse an Kultur auch in bildungsfernen Schichten gestärkt werden kann.
 
Kooperationspartner des Programms "Jedem Kind eine Instrument" sind das Land Nordrhein-Westfalen und die Zukunftsstiftung Bildung in der GLS Treuhand
 

 


aus: http://www.kulturstiftung-des-bundes.de

 

Weitere Informationen von der Musikschule Dortmund:


"Jedem Kind ein Instrument" verdoppelt die Schülerzahl - Außergewöhnliche Projekte bei der Musikschule
 
Das laufende Jahr ist für die Musikschule neben der regulären Programm- und Veranstaltungsplanung von außergewöhnlichen Projekten geprägt. Besondere Bedeutung besitzen hier der Dachausbau zur Erweiterung des Gebäudes und das Projekt „Jedem Kind ein Instrument“ (JeKi).
 
 
Mit Beginn der Sommerferien startet die Baumaßnahme. Auf der Straßenseite entstehen im zweiten Stock auf insgesamt rund 125 qm sieben Räume für Gruppenunterricht zwischen 22 und 37 qm Fläche, ein kindgerechter Aufenthaltsraum sowie ein WC mit Wickeltisch. Die Eröffnung ist für das kommende Jahr geplant. Die Resonanz der Grundschulen, sich an dem Projekt „Jedem Kind ein Instrument“ zu beteiligen, war sehr groß. Fast alle nahmen an einem Informationstermin teil. Da sich rund die Hälfte bewarben, entschieden die Faktoren eines Kriterienkatalogs über die Auswahl. Entscheidend waren die Lage der Schule im Sinne der gleichmäßigen stadtweiten Streuung des Angebotes, die Zügigkeit und die dem Dortmunder Durchschnitt entsprechende Schülerschaft.


15 Grundschulen mit rund 600 angemeldeten Schülerinnen und Schülern gehen mit Beginn des nächsten Schuljahres an den Start. Das sind: Graf-Konrad-, Schopenhauer-, Roncalli-, Hellweg-, Diesterweg-, Aplerbecker-, Lieberfeld-, Winfried-, Berswordt-, Weingarten-, Funke-, Harkort-, Peter-Vischer-, Urbanus- und Holte-Grundschule. Den Musikunterricht außerhalb des regulären Stundenplans gestalten jeweils eine Lehrkraft der Schule und eine ausgebildete Lehrkraft der Musikschule.


Ab dem zweiten Unterrichtsjahr erhalten die Kinder kostenlos Instrumente zur Verfügung. Diese schafft der Förderverein der Musikschule speziell für dieses Projekt an. Zur Finanzierung der rund 200.000 Euro wirbt er jetzt um Sponsoren. Aufgerufen sind Firmen, Organisationen, Gewerbevereine und Privatleute, die sich mit einem kleinen oder größeren Beitrag für die musikalische Bildung der Kinder in ihrer Stadt oder in ihrer direkten Nachbarschaft einsetzen möchten. Auf jeden gespendeten Euro legt die JeKi-Stiftung einen weiteren oben drauf.


Die Musikschule geht davon aus, dass sich ihre Schülerzahl durch dieses Projekt verdoppeln wird. Hinzu kommen die Kinder, die nach der Grundschule ihre musikalische Ausbildung fortsetzen wollen. Zurzeit sind es rund 6000 Schülerinnen und Schüler. 183 Lehrkräfte sind an 61 Unterrichtsorten tätig. Zu den Veranstaltungs-Höhepunkten in diesem Jahr zählen die Beteiligung an Stadtteil- und Kirchfesten, der Kammermusikkurs im Schulte-Witten-Haus im Herbst sowie der Blechbläser-, Holzbläser- und Dudelsacktag im September. Hinzu kommt der Ausbau des Unterrichtsangebots in Hombruch, Brechten und Brackel.


Der Förderverein der Musikschule zählt aktuell 109 Mitglieder. Er unterstützt 28 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen sieben und 20 Jahren mit Stipendien zwischen 23 und 148 Euro. In den meisten Fällen kommen die fleißigen und oftmals hochbegabten Stipendiaten, 14 von ihnen sind Geschwisterkinder, aus finanzschwachen Familien.

Termine

Kontakt

Holte-Grundschule

 
Limbecker Straße 70
44388 Dortmund
 
Telefon: (0231) 4764290
Fax: (0231) 47642929
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